1. Störungsumfang bestimmen: Triage in den ersten 15 Minuten
Die DGFiP empfiehlt, den Fehler zunächst einzugrenzen: Betroffen sein können die eigene plateforme agréée (PA), die PA des Empfängers, die Verbindung, die Übertragung oder ein anderer technischer Dienstleister. Operativ sollte die Triage zusätzlich ERP, API-Connector, Netzwerk und Annuaire-Routing unterscheiden. Prüfen Sie mit einem bekannten Testfall, ob Anmeldung, API-Erreichbarkeit, Annuaire-Abfrage, Versand und Statusabruf getrennt funktionieren. Vergleichen Sie mindestens einen ausgehenden und einen eingehenden Vorgang und fragen Sie die PA nach einer Störungsmeldung. Dokumentieren Sie Beginn, beobachtete Fehlermeldung, betroffene Gesellschaften, Formate wie Factur-X, UBL oder CII sowie die letzte sicher erfolgreiche Transaktion. Klassifizieren Sie den Umfang als vollständig, richtungsbezogen, empfängerbezogen oder auf einen Connector begrenzt. Die 15 Minuten sind eine empfohlene interne Reaktionsvorgabe, keine gesetzliche Schwelle. Ergebnis der Triage ist keine vorschnelle Ursache, sondern eine belastbare Arbeitsannahme mit Verantwortlichem, nächstem Prüfzeitpunkt und klarer Liste der weiterhin verarbeitbaren Ströme. Das größte Frühphasenrisiko ist, einen Vorgang wegen einer bloß fehlenden Antwort erneut einzureichen, obwohl er bereits angenommen wurde.