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ZUGFeRD vs XRechnung: Formate einfach erklärt

Deutschsprachiger Praxisleitfaden zu ZUGFeRD und XRechnung: Unterschiede, Softwarefragen, Empfang, Archivierung und praktische Vorbereitung.

Kurzfazit:
  • XRechnung ist vor allem relevant, wenn deutsche Behörden oder öffentliche Auftraggeber strukturierte XML-Rechnungen mit Angaben wie Leitweg-ID und Bestellreferenz erwarten.
  • ZUGFeRD eignet sich häufig für B2B-Prozesse, weil ein PDF/A-3-Dokument lesbar bleibt und gleichzeitig XML-Daten für Buchhaltung oder ERP eingebettet sind.
  • Unternehmen sollten beide Formate in ihrer Software testen, Stammdaten sauber pflegen und exportierte Rechnungen vor dem Versand validieren.
Zuletzt geprüft: 8. Juni 2026Offizielle QuellenKlare ZusammenfassungPraktische Information, keine Rechtsberatung
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Was Sie wissen müssen

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Was ZUGFeRD und XRechnung gemeinsam haben

ZUGFeRD und XRechnung dienen dazu, Rechnungsdaten strukturiert und maschinenlesbar zu übertragen. Beide orientieren sich an der europäischen Norm EN 16931 und enthalten zentrale Angaben wie Verkäufer, Käufer, Rechnungsnummer, Datum, Beträge, Steuern, Zahlungsinformationen und Positionen. Der wichtigste Unterschied liegt nicht im Ziel, sondern in der Art der Umsetzung: XRechnung ist eine reine XML-Rechnung, ZUGFeRD kombiniert ein lesbares PDF mit eingebetteten XML-Daten.

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XRechnung: das strukturierte Format für den öffentlichen Sektor

XRechnung ist in Deutschland besonders wichtig, wenn Unternehmen Rechnungen an öffentliche Auftraggeber senden. Das Format besteht aus strukturierten XML-Daten und ist darauf ausgelegt, automatisch geprüft und verarbeitet zu werden. Eine klassische PDF-Rechnung reicht in vielen Fällen nicht aus, wenn der Empfänger ausdrücklich XRechnung verlangt. Relevant sind außerdem Angaben wie Leitweg-ID, Bestellnummer oder weitere Referenzen, die je nach Behörde und Rechnungskanal erforderlich sein können.

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ZUGFeRD: PDF für Menschen, XML für Systeme

ZUGFeRD ist ein hybrides Rechnungsformat. Die Rechnung liegt als PDF/A-3 vor, sodass Menschen sie wie eine normale PDF-Rechnung öffnen können. Gleichzeitig sind strukturierte XML-Daten eingebettet, die Buchhaltungs- und ERP-Systeme auslesen können. Das macht ZUGFeRD in vielen B2B-Situationen praktisch, besonders wenn Kunden weiterhin eine gut lesbare Rechnung erwarten, aber die Daten automatisiert verarbeiten möchten.

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Der wichtigste Unterschied im Alltag

Im Alltag ist XRechnung stärker auf formale Verarbeitung und Validierung ausgerichtet, während ZUGFeRD eine Brücke zwischen gewohnter PDF-Rechnung und strukturierter E-Rechnung schlägt. Bei XRechnung steht die XML-Datei im Mittelpunkt. Bei ZUGFeRD sehen Anwender zuerst das PDF, während die XML-Daten im Hintergrund mitgeliefert werden. Für den Rechnungsempfänger entscheidet oft die eigene Software, welches Format sinnvoll oder verpflichtend ist.

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Wann welches Format sinnvoll ist

Für Rechnungen an Behörden und öffentliche Einrichtungen ist XRechnung häufig die sichere Wahl, insbesondere wenn der Empfänger dieses Format ausdrücklich fordert. Für Rechnungen zwischen Unternehmen kann ZUGFeRD attraktiv sein, weil es die gewohnte PDF-Ansicht beibehält und dennoch strukturierte Daten liefert. Unternehmen mit vielen unterschiedlichen Kunden sollten beide Formate in ihrer Rechnungssoftware unterstützen, damit sie je nach Empfänger flexibel reagieren können.

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Profile, Versionen und Kompatibilität beachten

Bei ZUGFeRD gibt es unterschiedliche Profile, die festlegen, wie umfangreich die eingebetteten Rechnungsdaten sind. Für eine normkonforme elektronische Rechnung sind nicht alle Profile gleichermaßen geeignet. Auch bei XRechnung spielen Versionen und Schematron-Prüfungen eine Rolle. Deshalb sollte eine Software nicht nur eine Datei exportieren, sondern das gewählte Format mit aktueller Spezifikation, Pflichtfeldern und Validierungsregeln sauber unterstützen.

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Typische Fehler bei der Umstellung

Häufige Probleme entstehen durch fehlende Pflichtangaben, falsche Steuerkennzeichen, unvollständige Adressen, fehlende Leitweg-IDs oder nicht abgestimmte Zahlungsinformationen. Bei ZUGFeRD kann außerdem die Erwartung entstehen, dass jedes PDF automatisch eine gültige E-Rechnung ist. Entscheidend ist jedoch die strukturierte XML-Komponente. Bei XRechnung reicht es nicht, eine XML-Datei zu erzeugen; sie muss auch gegen die gültigen Regeln geprüft werden.

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Softwarefragen vor der Entscheidung

Vor der Auswahl oder Konfiguration einer Rechnungssoftware sollten Unternehmen prüfen, ob sie XRechnung und ZUGFeRD erzeugen, empfangen, validieren und archivieren kann. Wichtig ist auch, ob Stammdaten, Steuersätze, Bankverbindungen, Kundennummern und Bestellreferenzen korrekt in die strukturierten Felder übernommen werden. Eine gute Lösung zeigt Fehler verständlich an, statt nur eine technische Meldung auszugeben.

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Rechnungseingang nicht vergessen

Die Formatfrage betrifft nicht nur ausgehende Rechnungen. Unternehmen müssen auch eingehende ZUGFeRD- und XRechnungen verarbeiten können. Dazu gehören das Auslesen der Rechnungsdaten, die Prüfung gegen Bestellungen oder Verträge, die Freigabe im internen Prozess und die revisionssichere Ablage. Wer nur den Rechnungsausgang betrachtet, übersieht oft den größeren Automatisierungsnutzen im Einkauf und in der Buchhaltung.

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Praktischer Einstieg für Unternehmen

Ein guter Start ist eine Bestandsaufnahme der Rechnungsempfänger: Behörden, große Unternehmenskunden, kleinere B2B-Kunden und internationale Kunden können unterschiedliche Anforderungen haben. Danach sollten Testrechnungen in XRechnung und ZUGFeRD erzeugt, validiert und mit ausgewählten Empfängern abgestimmt werden. So lassen sich Stammdatenfehler, fehlende Referenzen und Prozesslücken erkennen, bevor die Formate im Tagesgeschäft verpflichtend werden.

Checkliste

Klären, welche Kunden XRechnung verlangen und welche ZUGFeRD akzeptieren.

Prüfen, ob die eigene Software XRechnung und ZUGFeRD in aktuellen Versionen unterstützt.

Testrechnungen mit realistischen Positionen, Steuersätzen, Rabatten und Zahlungsbedingungen erstellen.

Leitweg-ID, Bestellnummer und weitere Empfängerreferenzen in den Stammdaten sauber pflegen.

Exportierte Dateien mit einem geeigneten Validator prüfen, bevor sie an Kunden gehen.

Sicherstellen, dass PDF/A-3 und eingebettete XML-Daten bei ZUGFeRD korrekt erzeugt werden.

Für XRechnung prüfen, ob das gewünschte Übermittlungsportal oder Peppol-Szenario unterstützt wird.

Rechnungseingang testen: XML-Daten auslesen, buchen, freigeben und archivieren.

Fehlermeldungen aus der Software dokumentieren und verständliche interne Regeln ableiten.

Mitarbeitende in Buchhaltung, Vertrieb und Auftragsbearbeitung zu den neuen Pflichtangaben schulen.

Mit wichtigen Kunden vor dem Echtbetrieb eine Testübermittlung abstimmen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ZUGFeRD und XRechnung?

XRechnung ist eine reine XML-Rechnung, die vor allem für strukturierte Verarbeitung und öffentliche Auftraggeber genutzt wird. ZUGFeRD ist eine hybride Rechnung: ein lesbares PDF/A-3 enthält zusätzlich eingebettete XML-Daten. Beide können strukturierte Rechnungsinformationen transportieren, fühlen sich im Alltag aber unterschiedlich an.

Ist ZUGFeRD eine gültige E-Rechnung?

ZUGFeRD kann eine gültige elektronische Rechnung sein, wenn das verwendete Profil und die enthaltenen Daten den maßgeblichen Anforderungen entsprechen. Ein normales PDF ohne strukturierte XML-Daten ist dagegen keine strukturierte E-Rechnung.

Wann brauche ich XRechnung?

XRechnung wird häufig benötigt, wenn Rechnungen an öffentliche Auftraggeber in Deutschland gestellt werden. Ob sie zwingend erforderlich ist, hängt vom Empfänger, dem Rechnungskanal und den jeweiligen Vorgaben ab. Bei Behörden sollte man die Anforderungen vorab prüfen.

Kann ich statt XRechnung einfach ZUGFeRD senden?

Nur wenn der Empfänger ZUGFeRD akzeptiert. Verlangt eine Behörde oder ein Kunde ausdrücklich XRechnung, sollte genau dieses Format geliefert werden. Die technische Fähigkeit, ZUGFeRD zu erzeugen, ersetzt keine Empfängervorgabe.

Warum ist XRechnung für Menschen schwer lesbar?

XRechnung besteht aus XML-Daten und ist für Software optimiert. Menschen können die Inhalte zwar mit geeigneten Viewern anzeigen lassen, die Datei selbst ist aber nicht wie ein PDF gestaltet. Genau deshalb bieten viele Programme eine Ansicht oder Vorschau zur Kontrolle an.

Warum nutzen Unternehmen ZUGFeRD im B2B-Bereich?

ZUGFeRD passt gut in B2B-Prozesse, weil es die gewohnte PDF-Ansicht mit maschinenlesbaren Daten kombiniert. Empfänger können die Rechnung ansehen, weiterleiten und gleichzeitig automatisiert in ihrer Buchhaltung verarbeiten.

Welche Angaben sind bei beiden Formaten wichtig?

Wichtig sind unter anderem vollständige Absender- und Empfängerdaten, Rechnungsnummer, Rechnungsdatum, Leistungsdatum, Positionen, Mengen, Preise, Steuerinformationen, Zahlungsbedingungen und Bankverbindung. Je nach Empfänger kommen Referenzen wie Bestellnummer oder Leitweg-ID hinzu.

Was bedeutet Leitweg-ID bei XRechnung?

Die Leitweg-ID hilft bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber, den richtigen Empfänger innerhalb der Verwaltung zu identifizieren. Fehlt sie oder ist sie falsch, kann eine Rechnung zurückgewiesen oder nicht korrekt zugeordnet werden.

Muss meine Software beide Formate unterstützen?

Für viele Unternehmen ist das sinnvoll. Wer nur an wenige Empfänger mit klaren Vorgaben rechnet, kommt möglicherweise mit einem Format aus. Wer unterschiedliche Behörden, große Kunden und B2B-Partner bedient, sollte XRechnung und ZUGFeRD flexibel erzeugen und empfangen können.

Wie teste ich, ob eine XRechnung korrekt ist?

Eine XRechnung sollte mit einem passenden Validator geprüft werden. Dabei werden technische Struktur, Pflichtfelder und Geschäftsregeln kontrolliert. Zusätzlich sollte man die Datei in der eigenen Software anzeigen und mit einer realen Bestellung oder einem Auftrag abgleichen.

Kann eine ZUGFeRD-Rechnung wie ein normales PDF archiviert werden?

Sie sollte so archiviert werden, dass sowohl die PDF-Ansicht als auch die eingebetteten strukturierten Daten erhalten bleiben. Wird die XML-Komponente entfernt oder verändert, geht ein wesentlicher Teil der elektronischen Rechnung verloren.

Welche Rolle spielt EN 16931?

EN 16931 ist die europäische Norm für die Kerninhalte elektronischer Rechnungen. Sie legt fest, welche Informationen eine elektronische Rechnung strukturiert enthalten soll. ZUGFeRD und XRechnung orientieren sich an dieser Grundlage.

Was ist für kleine Unternehmen der einfachste Einstieg?

Kleine Unternehmen sollten zuerst prüfen, welche Formate ihre wichtigsten Kunden verlangen. Danach lohnt sich eine Software, die Testexporte, verständliche Fehlermeldungen und aktuelle Formatversionen bietet. Ein kurzer Test mit einem Kunden oder Steuerbüro verhindert spätere Korrekturschleifen.

Werden ZUGFeRD und XRechnung auch beim Rechnungseingang relevant?

Ja. Eingehende E-Rechnungen müssen gelesen, geprüft, freigegeben, gebucht und archiviert werden. Der größte Nutzen entsteht oft erst, wenn nicht nur der Versand, sondern auch der Empfang strukturierter Rechnungsdaten sauber organisiert ist.

Wichtige Regeln, Formate und Begriffe

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