Deutschland · Software

E-Rechnung Software-Checkliste

Checkliste zur Auswahl von E-Rechnung Software in Deutschland: ZUGFeRD, XRechnung, Empfang, Archiv, Validierung und Steuerberaterprozess.

Kurzfazit:
  • Die Seite bewertet E-Rechnungssoftware aus Prozesssicht: Erstellung, Eingang, Prüfung, Weiterleitung und Archivierung müssen zusammen funktionieren, nicht nur das Ausgabeformat.
  • Für die Auswahl werden konkrete Prüfpunkte genannt: aktuelle XRechnung- und ZUGFeRD-Unterstützung, verständliche Fehleranzeigen, Validierung von Pflichtangaben sowie Umgang mit XML, Anhängen und Prüfprotokollen.
  • Besonders relevant für Unternehmen sind die Schnittstellen zu ERP, Buchhaltung, DMS, DATEV oder Steuerkanzlei sowie Freigabe-Workflows mit Vertretung, Eskalation, Kostenstellen und Betragsgrenzen.
Zuletzt geprüft: 8. Juni 2026Offizielle QuellenKlare ZusammenfassungPraktische Information, keine Rechtsberatung
Offizielle Quellen priorisiert
Prüfdatum sichtbar
Kostenloser Check ohne Registrierung

Was Sie wissen müssen

Leitfaden

Warum die Softwareauswahl jetzt wichtig ist

Die E-Rechnung ist kein reines Formatproblem. Unternehmen brauchen eine Lösung, die strukturierte Rechnungsdaten zuverlässig annimmt, erstellt, prüft, weiterleitet und archiviert. Eine gute Auswahl beginnt deshalb nicht mit dem Preis, sondern mit den eigenen Prozessen: Wer erstellt Rechnungen, wer gibt Eingangsrechnungen frei, welche Systeme müssen angebunden werden und welche Nachweise verlangt die Buchhaltung?

Leitfaden

Formate: ZUGFeRD und XRechnung sicher beherrschen

Eine geeignete Lösung sollte XRechnung und ZUGFeRD nicht nur öffnen, sondern technisch korrekt erzeugen, importieren und validieren können. Wichtig ist, ob die Software aktuelle Versionen unterstützt, Pflichtfelder nachvollziehbar erklärt und Fehler verständlich anzeigt. Für viele Unternehmen ist außerdem entscheidend, ob PDF-Ansichten aus strukturierten Daten erzeugt werden können, ohne die maschinenlesbaren Informationen zu verfälschen.

Leitfaden

Validierung vor Versand und Buchung

Validierung spart Rückfragen, Mahnläufe und manuelle Korrekturen. Prüfen Sie, ob die Software Rechnungen gegen die jeweils gültigen Regeln kontrolliert, etwa Pflichtangaben, Steuersätze, IBAN, Beträge, Rundungen, Leitweg-ID oder Empfängerangaben. Gute Systeme zeigen nicht nur an, dass eine Rechnung fehlerhaft ist, sondern erklären, was geändert werden muss.

Leitfaden

Eingangsrechnungen: Annahme, Prüfung und Freigabe

Bei Eingangsrechnungen zählt der Alltag: Kommen Rechnungen per E-Mail, Portal, Peppol oder über ein ERP-System an? Kann die Software Dubletten erkennen, Rechnungen Projekten oder Kostenstellen zuordnen und Freigaben nach Betrag, Lieferant oder Abteilung steuern? Besonders hilfreich sind Vertretungsregeln, Eskalationen und ein Protokoll, das später nachvollziehbar zeigt, wer was geprüft hat.

Leitfaden

Archivierung, GoBD und Nachvollziehbarkeit

E-Rechnungen müssen vollständig, unverändert und auffindbar aufbewahrt werden. Fragen Sie Anbieter, wie Originaldateien gespeichert werden, ob Prüfprotokolle mitarchiviert werden und wie Export, Löschung nach Fristablauf und Zugriffsrechte geregelt sind. Ein reines Ablegen als PDF reicht oft nicht aus, wenn die strukturierte XML-Datei der eigentliche Rechnungsinhalt ist.

Leitfaden

Schnittstellen zu ERP, Buchhaltung und Steuerkanzlei

Die beste Software verliert an Wert, wenn Daten anschließend manuell übertragen werden müssen. Klären Sie Schnittstellen zu ERP, Warenwirtschaft, DMS, DATEV, Zahlungsverkehr und Steuerkanzlei. Wichtig sind Feldzuordnung, Stammdatenabgleich, Fehlerbehandlung und die Frage, ob Belege mit Buchungssätzen, Kostenstellen und Anlagen sauber weitergegeben werden.

Leitfaden

Berechtigungen, Sicherheit und Mandantenfähigkeit

Nicht jede Person darf jede Rechnung sehen oder freigeben. Prüfen Sie Rollen, Rechte, Zwei-Faktor-Anmeldung, Protokollierung und Mandantenfähigkeit. Für Unternehmensgruppen oder Dienstleister ist wichtig, ob mehrere Gesellschaften getrennt verwaltet werden können und ob zentrale Regeln trotzdem einheitlich steuerbar sind.

Leitfaden

Anbieterfragen für die Auswahlgespräche

Stellen Sie konkrete Fragen statt allgemeiner Funktionswünsche: Welche XRechnung-Version wird unterstützt? Wie schnell werden Regeländerungen umgesetzt? Gibt es Testvalidierungen? Wie funktioniert der Export bei Anbieterwechsel? Welche Supportzeiten gelten im Monatsabschluss? Lassen Sie sich typische Fehlerfälle live zeigen, nicht nur eine perfekte Musterrechnung.

Leitfaden

Pilotphase mit echten Rechnungen planen

Vor dem Rollout sollte die Lösung mit realistischen Fällen getestet werden: einfache Ausgangsrechnung, Rechnung mit Gutschrift, Teilleistung, abweichender Lieferadresse, innergemeinschaftlicher Lieferung, öffentlichem Auftraggeber und Eingangsrechnung mit fehlerhaften Daten. So wird sichtbar, ob die Software nur Demo-Fälle kann oder den tatsächlichen Geschäftsalltag trägt.

Checkliste

Unterstützt die Software aktuelle Versionen von XRechnung und ZUGFeRD inklusive nachvollziehbarer Fehlermeldungen?

Können strukturierte Rechnungsdaten vor Versand, Import und Buchung validiert werden?

Bleiben XML-Datei, Prüfprotokolle, Anhänge und Bearbeitungshistorie revisionssicher erhalten?

Gibt es Workflows für Freigabe, Vertretung, Eskalation, Kostenstellen und Betragsgrenzen?

Sind ERP, Buchhaltung, DMS, DATEV oder Steuerkanzlei ohne dauerhafte manuelle Zwischenschritte angebunden?

Kann die Lösung Rechnungen über E-Mail, Portal, Peppol oder andere Eingangskanäle verarbeiten?

Sind Rollen, Rechte, Mandanten, Protokolle und Zwei-Faktor-Anmeldung ausreichend fein steuerbar?

Werden Regeländerungen für XRechnung, ZUGFeRD und öffentliche Auftraggeber zeitnah gepflegt?

Gibt es verständliche Auswertungen zu offenen Freigaben, Fehlern, Durchlaufzeiten und Rückfragen?

Ist ein vollständiger Datenexport möglich, falls später ein Anbieterwechsel nötig wird?

Wurden echte Rechnungsfälle aus dem Unternehmen in einer Pilotphase erfolgreich getestet?

Häufige Fragen

Welche E-Rechnungsformate sollte eine Software in Deutschland unterstützen?

Für deutsche Unternehmen sind vor allem XRechnung und ZUGFeRD wichtig. XRechnung wird häufig im Umfeld öffentlicher Auftraggeber genutzt, während ZUGFeRD strukturierte Daten mit einer PDF-Ansicht kombiniert. Eine gute Lösung sollte beide Formate aktuell und regelkonform verarbeiten.

Reicht eine PDF-Rechnung künftig aus?

Eine einfache PDF-Datei ist keine strukturierte E-Rechnung. Entscheidend sind maschinenlesbare Rechnungsdaten, zum Beispiel als XML. PDF kann weiterhin als Ansicht hilfreich sein, ersetzt aber nicht die strukturierten Daten, wenn diese vorgeschrieben oder vereinbart sind.

Woran erkenne ich, ob die Validierung gut ist?

Gute Validierung prüft nicht nur formal, sondern hilft bei der Korrektur. Die Software sollte Pflichtfelder, Beträge, Steuerlogik, Empfängerangaben und Formatregeln kontrollieren und verständliche Hinweise geben, welche Angabe fehlt oder falsch ist.

Welche Rolle spielt die Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID dient der Adressierung bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Wenn Ihr Unternehmen an Behörden oder öffentliche Einrichtungen liefert, sollte die Software Leitweg-IDs sauber erfassen, prüfen und in der XRechnung korrekt ausgeben können.

Brauche ich Peppol für E-Rechnungen?

Peppol ist nicht für jedes Unternehmen zwingend, kann aber für den sicheren Austausch strukturierter Rechnungen wichtig sein. Relevant ist es besonders, wenn Geschäftspartner oder öffentliche Auftraggeber diesen Übertragungsweg verlangen oder wenn viele Rechnungen automatisiert ausgetauscht werden sollen.

Was muss bei der Archivierung beachtet werden?

Archiviert werden sollten die ursprüngliche E-Rechnungsdatei, relevante Anhänge, Prüfprotokolle und Bearbeitungsschritte. Die Unterlagen müssen unverändert, auffindbar und über die Aufbewahrungsfrist verfügbar bleiben. Ein Ausdruck oder nur eine PDF-Kopie ist in vielen Fällen nicht ausreichend.

Wie prüfe ich die Anbindung an DATEV oder die Steuerkanzlei?

Lassen Sie sich nicht nur eine Schnittstelle nennen, sondern einen echten Übergabefall zeigen. Wichtig sind Belegbild, strukturierte Daten, Buchungsvorschlag, Kontierung, Kostenstelle, Lieferantendaten und eine klare Fehlermeldung, wenn etwas nicht übertragen werden kann.

Welche Fragen sollte ich einem Anbieter vor Vertragsabschluss stellen?

Fragen Sie nach unterstützten Formatversionen, Updategeschwindigkeit bei Regeländerungen, Datenexport, Support im Monatsabschluss, Berechtigungskonzept, Archivierung, Testumgebung und konkreten Referenzen aus ähnlichen Unternehmen.

Ist eine Cloud-Lösung oder lokale Installation besser?

Das hängt von IT-Strategie, Datenschutz, Schnittstellen und Betriebsaufwand ab. Cloud-Lösungen sind oft schneller eingeführt und leichter aktuell zu halten. Lokale Installationen können sinnvoll sein, wenn besondere Integrations-, Sicherheits- oder Betriebsanforderungen bestehen.

Wie lange sollte eine Pilotphase dauern?

Eine Pilotphase sollte mindestens einen typischen Rechnungszyklus abdecken. Wichtig ist nicht die Dauer allein, sondern die Vielfalt der Testfälle: verschiedene Lieferanten, Ausgangsrechnungen, Freigaben, Fehlerfälle, öffentliche Auftraggeber und Übergaben an Buchhaltung oder Steuerkanzlei.

Was ist bei kleinen Unternehmen besonders wichtig?

Kleine Unternehmen sollten auf einfache Bedienung, klare Validierung, verlässliche Archivierung und gute Übergabe an Steuerkanzlei oder Buchhaltungssoftware achten. Eine überdimensionierte Lösung mit komplexen Workflows kann mehr Aufwand verursachen als Nutzen bringen.

Kann ich mehrere Anbieter parallel testen?

Ja, das ist oft sinnvoll. Nutzen Sie für alle Anbieter dieselben Testrechnungen und bewerten Sie Bedienung, Fehleranzeigen, Schnittstellen, Archivierung, Supportantworten und Exportmöglichkeiten nach denselben Kriterien. So wird der Vergleich belastbarer.

Wichtige Regeln, Formate und Begriffe

DeutschlandE-RechnungZUGFeRDXRechnungEN 16931strukturierte RechnungB2B E-RechnungBuchhaltungssoftwareRechnungsarchivKMUEuropäische KommissionRichtlinie 2014/55/EUstrukturierte elektronische RechnungSoftware-ChecklisteGermany

Deutschland — Länder-Hub

Weiterlesen

Offizielle Quellen

Wir priorisieren offizielle Regierungs- und EU-Quellen, soweit verfügbar, und zeigen Prüfdatumsangaben sichtbar an.