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E-Rechnung in Deutschland: Leitfaden für Unternehmen

Ein einfacher Leitfaden zur E-Rechnung in Deutschland, ZUGFeRD, XRechnung und Software-Vorbereitung.

Kurzfazit:
  • Der Leitfaden ordnet die deutsche E-Rechnung rund um EN 16931, XRechnung und ZUGFeRD für Unternehmen ein.
  • Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen echter strukturierter Rechnung und einfachem PDF-Versand per E-Mail.
  • Für die Vorbereitung zählen Empfangskanal, ERP- oder Buchhaltungssoftware, Datenvalidierung, Stammdatenqualität und revisionssichere Ablage.
Zuletzt geprüft: 7. Juni 2026Offizielle QuellenKlare ZusammenfassungPraktische Information, keine Rechtsberatung
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Was Sie wissen müssen

Leitfaden

Was bedeutet E-Rechnung in Deutschland?

Eine E-Rechnung ist keine eingescannte Papierrechnung und in der Regel auch keine einfache PDF-Datei. Entscheidend ist, dass die Rechnungsdaten in einem strukturierten elektronischen Format vorliegen, elektronisch übermittelt und empfangen werden und ohne Medienbruch weiterverarbeitet werden können. Grundlage ist die europäische Norm EN 16931. In Deutschland begegnen Unternehmen vor allem den Formaten XRechnung und ZUGFeRD.

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Warum einfache PDFs nicht ausreichen

Viele Unternehmen haben Rechnungen bisher als PDF per E-Mail versendet. Das ist digital, aber meist nicht automatisch verarbeitbar. Eine echte E-Rechnung enthält maschinenlesbare Daten wie Leistung, Betrag, Steuersatz, Rechnungsnummer, Lieferant, Empfänger und Zahlungsinformationen. Dadurch können Buchhaltungssysteme Rechnungen prüfen, verbuchen und freigeben, ohne dass jemand alle Angaben erneut abtippen muss.

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Pflichten im Überblick: B2G und B2B

Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber des Bundes ist die elektronische Rechnungsstellung bereits etabliert. Lieferanten des Bundes müssen bei vielen Direktaufträgen ab 1.000 Euro netto eine E-Rechnung einreichen; Ausnahmen ergeben sich aus den jeweiligen Regelungen. Zusätzlich wird die E-Rechnung im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen in Deutschland schrittweise wichtiger. Unternehmen sollten deshalb nicht nur den Versand, sondern auch den sicheren Empfang und die Verarbeitung strukturierter Rechnungen vorbereiten.

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XRechnung und ZUGFeRD: die wichtigsten Formate

XRechnung ist ein reines XML-Format und im öffentlichen Auftragswesen besonders relevant. Es ist auf maschinelle Verarbeitung ausgelegt und für die manuelle Sichtprüfung weniger komfortabel. ZUGFeRD kombiniert eine PDF-Ansicht mit eingebetteten XML-Daten; dadurch lässt sich die Rechnung lesen und zugleich automatisiert verarbeiten. Welches Format passt, hängt von Empfänger, Branche, Software und Übertragungsweg ab.

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Empfang von E-Rechnungen organisatorisch vorbereiten

Der Empfang ist mehr als ein neues Postfach. Unternehmen brauchen klare Zuständigkeiten, eine technische Annahmestelle, Validierung der Rechnungsdaten, Übergabe an Buchhaltung oder ERP-System und eine revisionssichere Ablage. Sinnvoll ist ein definierter Eingangskanal, damit E-Rechnungen nicht in persönlichen Mailboxen liegen bleiben oder unbemerkt gelöscht werden.

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Versand: Datenqualität entscheidet

Beim Versand einer E-Rechnung müssen die Stammdaten stimmen: vollständige Firmierung, Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID, Leitweg-ID bei öffentlichen Auftraggebern, Bankverbindung, Zahlungsbedingungen, Leistungsdatum und korrekte Steuerangaben. Fehlerhafte Pflichtfelder führen schnell zu Rückfragen oder Ablehnung. Vor dem Start lohnt sich daher ein Testlauf mit typischen Rechnungsfällen wie Gutschriften, Abschlagsrechnungen oder innergemeinschaftlichen Leistungen.

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Übertragungswege: E-Mail, Portale und Peppol

Je nach Empfänger kommen verschiedene Übertragungswege infrage. Bei öffentlichen Auftraggebern des Bundes spielen Plattformen wie OZG-RE sowie definierte Einreichungswege eine Rolle. Bei höherem Rechnungsvolumen ist Peppol interessant, weil es standardisierte, sichere Übermittlung zwischen registrierten Teilnehmern ermöglicht. Für kleinere Unternehmen kann zunächst eine Software mit Export, Upload oder E-Mail-Versand genügen.

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Archivierung und Nachvollziehbarkeit

E-Rechnungen müssen so aufbewahrt werden, dass sie vollständig, nachvollziehbar, unverändert und auffindbar bleiben. Für die Praxis bedeutet das: strukturierte Daten nicht einfach in eine lesbare PDF umwandeln und die XML-Datei verwerfen. Auch Prüfprotokolle, Freigaben und Buchungsvermerke sollten nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Archivierung sollte zu den GoBD-Anforderungen und den internen Kontrollprozessen passen.

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Ein pragmatischer Umstellungsplan

Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Systeme erzeugen Rechnungen, welche empfangen sie, und welche Sonderfälle gibt es? Danach folgen Formatentscheidung, Softwareprüfung, Testrechnungen, Schulung der Buchhaltung und Information wichtiger Kunden oder Lieferanten. Wer früh beginnt, kann die Einführung als Prozessverbesserung nutzen, statt später nur eine Pflicht technisch abzufangen.

Checkliste

Klären, ob Rechnungen an öffentliche Auftraggeber, Unternehmen oder beide Gruppen betroffen sind.

Prüfen, ob die eingesetzte Buchhaltungs- oder ERP-Software XRechnung und ZUGFeRD unterstützt.

Einen zentralen Eingangskanal für E-Rechnungen festlegen und dokumentieren.

Validierung strukturierter Rechnungsdaten vor der Weiterverarbeitung einplanen.

Stammdaten von Kunden, Lieferanten, Steuernummern, USt-IDs und Bankdaten bereinigen.

Pflichtfelder und Sonderfälle wie Gutschriften, Abschläge und Skonti mit Testrechnungen prüfen.

Archivierung so gestalten, dass XML-Daten, Belege und Prüfspuren erhalten bleiben.

Interne Freigabeprozesse für elektronische Eingangsrechnungen anpassen.

Mitarbeitende in Buchhaltung, Vertrieb und Einkauf kurz und praktisch schulen.

Wichtige Geschäftspartner über bevorzugte Formate und Übertragungswege informieren.

Häufige Fragen

Ist eine PDF-Rechnung eine E-Rechnung?

Eine einfache PDF-Datei gilt in der Regel nicht als E-Rechnung im engeren Sinn, weil sie keine strukturierten Rechnungsdaten für die automatische Verarbeitung enthält. Anders kann es bei hybriden Formaten wie ZUGFeRD sein, wenn in der PDF zusätzlich XML-Daten eingebettet sind.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

XRechnung ist ein XML-basiertes Format ohne klassische PDF-Ansicht und besonders im öffentlichen Bereich verbreitet. ZUGFeRD verbindet eine lesbare PDF-Datei mit eingebetteten XML-Daten. Beide können zur europäischen Norm EN 16931 passen, unterscheiden sich aber in Darstellung und Einsatzpraxis.

Welche Unternehmen sollten sich jetzt vorbereiten?

Praktisch alle Unternehmen, die Rechnungen an andere Unternehmen oder öffentliche Auftraggeber senden oder von ihnen empfangen. Besonders dringlich ist die Vorbereitung, wenn viele Rechnungen verarbeitet werden, mehrere Systeme beteiligt sind oder Kunden bereits strukturierte Formate verlangen.

Brauche ich zwingend ein neues Buchhaltungssystem?

Nicht immer. Manche bestehenden Programme lassen sich aktualisieren oder über Zusatzmodule erweitern. Entscheidend ist, ob die Software strukturierte Rechnungen erzeugen, empfangen, validieren, verarbeiten und archivieren kann. Ein kurzer Funktionstest ist verlässlicher als eine reine Herstellerangabe.

Was bedeutet EN 16931?

EN 16931 ist die europäische Norm für elektronische Rechnungen. Sie beschreibt, welche Kerndaten eine E-Rechnung enthalten soll, damit Rechnungen grenzüberschreitend und systemübergreifend verarbeitet werden können. Nationale Formate wie XRechnung bauen darauf auf.

Wie werden E-Rechnungen an Bundesbehörden übermittelt?

Für Bundesbehörden gibt es definierte Einreichungswege, unter anderem über Rechnungseingangsplattformen wie OZG-RE. Je nach Behörde und Rechnungsart können Registrierung, Leitweg-ID und ein bestimmter Übertragungskanal erforderlich sein.

Was ist eine Leitweg-ID?

Die Leitweg-ID hilft bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber, den richtigen Empfänger innerhalb der Verwaltung zu identifizieren. Sie sollte vor dem Versand beim Auftraggeber erfragt und exakt in der Rechnung angegeben werden.

Müssen E-Rechnungen anders archiviert werden als Papierbelege?

Sie müssen so archiviert werden, dass der elektronische Originalinhalt erhalten bleibt. Bei einer XML-Rechnung reicht es nicht, nur einen Ausdruck oder eine nachträglich erzeugte PDF abzulegen. Wichtig sind Unveränderbarkeit, Auffindbarkeit und nachvollziehbare Prozesse.

Kann ich E-Rechnungen weiterhin per E-Mail senden?

Das hängt vom Empfänger und vom geforderten Übertragungsweg ab. Technisch können strukturierte Rechnungen auch per E-Mail übertragen werden, sofern Format, Sicherheit und Prozessanforderungen erfüllt sind. Bei öffentlichen Auftraggebern gelten oft konkrete Vorgaben.

Welche Vorteile bringt die Umstellung außer Pflichterfüllung?

E-Rechnungen können manuelle Erfassung reduzieren, Fehler schneller sichtbar machen, Freigaben beschleunigen und Zahlungsprozesse transparenter machen. Der Nutzen entsteht aber nur, wenn die Daten wirklich in die Buchhaltungsprozesse integriert werden.

Was sollte ich mit Lieferanten vereinbaren?

Legen Sie fest, welche Formate akzeptiert werden, an welche Adresse oder Plattform Rechnungen gehen sollen und welche Angaben zwingend erforderlich sind. Eine kurze Lieferanteninformation verhindert viele Rückfragen in der Einführungsphase.

Wie starte ich am besten mit der Einführung?

Beginnen Sie mit wenigen typischen Rechnungsszenarien und testen Sie diese vollständig vom Versand oder Empfang bis zur Archivierung. Danach lassen sich Sonderfälle, weitere Gesellschaften oder zusätzliche Übertragungswege schrittweise ergänzen.

Wichtige Regeln, Formate und Begriffe

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